Trockene Haut und Juckreiz beim Hund: Tipps und Hilfen

Kennst du das, deine Haut spannt und juckt, ist vielleicht sogar leicht schuppig und fühlt sich trocken an? So geht es nicht nur uns Menschen, sondern auch unseren Hunden, denn auch sie können unter zu trockener Haut leiden.

Ist dir in letzter Zeit aufgefallen, dass dein Hund sich ziemlich oft kratzt und juckt? Die Gründe für trockene Haut beim Hund reichen von völlig banalen Dingen wie dem Fellwechsel bis hin zu Erkrankungen, die von einem Tierarzt behandelt werden sollten.

Welche Gründe es sonst noch geben kann und wie du einem Hund helfen kannst den fürchterlichen Juckreiz loszuwerden, das erfährst du in diesem Artikel.

Wie äußert sich trockene Haut beim Hund?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Gründe, warum ein Hund trockene Haut bekommt. Die Symptome, wie sich die trockene Haut äußern kann sind ebenfalls sehr vielfältig.
Die drei häufigsten Veränderungen, die sich feststellen lassen sind:

  • Häufiges kratzen, knabbern und lecken
  • Rötungen und Entzündungen der Haut
  • Starke Schuppenbildung

Hält der Juckreiz über einen längeren Zeitraum an, kann auch dünner werdendes Fell auf häufiges jucken und kratzen hindeuten. Meist sind es die immer selben stellen die so sehr bearbeitet werden, dass das Fell einfach mit ausgerissen wird.

Es gibt aber auch noch ernstere Symptome, die mit einem Tierarzt abgeklärt werden sollten.

Starke Rötungen oder Entzündungen der Haut können allergische oder infektiöse Ursachen haben. Bildet die Haut eine Kruste, kann das auf Pilz-, Bakterien- oder Parasitenbefall hindeuten. Sollte die Hautstelle stark nässen oder einen unangenehmen Geruch entwickeln, kann es sich um einen sogenannten Hotspot handeln oder auf eine Hefepilzinfektion hinweisen kann.

In diesen Fällen helfen dann nur verschreibungspflichtige Medikamente, die du nur von deinem Tierarzt bekommen kannst.

Man muss aber nicht sofort vom schlimmsten Fall ausgehen, denn trockene Haut kann auch ganz banale Gründe haben und sich mit einigen wenigen Veränderungen schnell lösen.

Häufige Gründe für trockene Hundehaut

Neben den bereits erwähnten Gründen, die einen Tierarztbesuch unausweichlich machen, gibt es auch noch viele andere und deutlich harmlosere Gründe für trockene Haut beim Hund.

Umweltveränderungen

Einer der häufigsten Gründe überhaupt kann die Änderungen der Bedingungen in Räumen sein. Besonders hervorzuheben ist die oft sehr trockene Heizungsluft im Winter.

Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit speichern d.h., dass die Luft im Winter generell schon trockener ist. Kommen jetzt noch beheizte Räume dazu, dann kann es schnell passieren, dass dein Hund trockene Haut bekommt und beginnt, sich häufiger zu kratzen.

Die meisten Menschen befassen sich nicht mit der idealen Luftfeuchtigkeit. Sie sollte um 50% liegen und lässt sich sehr einfach mit einem Hygrometer messen. Im Winter sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen schnell unter 40% in manchen Fällen sogar unter 30% und dann droht trockene Haut. Das gilt übrigens nicht nur für Hunde, sondern auch für Menschen.

Ein einfacher Luftbefeuchter kann auf einfache Art und Weise für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen.

Ernährung

Nicht jedes Futter bietet eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen. Besonders sehr günstige Hundefutter können zu einer Unterversorgung mit wichtigen Proteinen, Vitaminen oder essenziellen Fettsäuren führen und das wirkt sich natürlich auch auf die Haut aus.

Hast du festgestellt, dass das Kratzen und Jucken immer ein bisschen mehr geworden ist, dann ist es eine gute Idee einen genauen Blick auf dein Hundefutter zu werfen und zu prüfen, ob es deinen Hund ausreichend mit allem Versorgt, was er braucht.

Allergien

Ähnlich wie wir Menschen neigen auch Hunde dazu immer häufiger unter Allergien zu leiden. Eine der häufigsten allergischen Reaktionen von Hunden ist häufiges kratzen, da Allergien sehr oft mit starkem Juckreiz einhergehen.

Auslöser können Staub oder Flüssigkeiten sein, mit denen dein Hund in Kontakt gekommen ist. Es ist aber auch möglich, dass die Nahrung des Hundes allergieauslösend wirkt. Hast du den Verdacht, dass dein Hund allergisch auf irgendetwas reagiert, dann ab zum Tierarzt und abklären lassen.

Häufiges Baden

Wenn dein Hund mal wieder die erstbeste Schlammpfütze mitgenommen hat und von oben bis unten dreckig ist, dann hilft oft nur ein Bad. Zu häufig solltest du deinen Hund aber nicht mit Shampoo säubern, denn häufiges Baden und vor allem Einseifen mit dem falschen Shampoo kann zu trockener Haut führen.

Du solltest immer ein spezielles Hundeshampoo benutzen und darauf achten, dass du nicht zu viel Shampoo verwendest. Achte auf Hinweise, dass das Shampoo eine rückfettende Wirkung hat oder ergänze das Baderitual durch eine Feuchtigkeitscreme für Hunde.

Stress und seelische Belastung

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund Stress haben kann. Sei es durch Trennung der Halter, einen Umzug oder einfach, weil dein Hund besonders empfindlich auf dich und deinen Stress reagiert, Stress kann zu häufigem kratzen und Juckreiz führen.

Überleg dir genau, ob es irgendwelche gravierenden Veränderungen im Leben deines Hundes gegeben hat und ob du ihm mit Entspannungstechniken dabei helfen kannst, den Stress abzubauen.

Läufigkeit

Werden Hündinnen läufig, dann spielt der Hormonhaushalt verrückt und es beginnt eine stressige Zeit für die Hündin. Allein die Hormone und der Stress können in dieser Zeit zu trockener Haut und vermehrtem kratzen führen.

Alter

Sei es der Körper deines alten Hundes, der nicht mehr in der Lage ist die Nährstoffe, die er braucht in vollem Umfang umzusetzen. Ist das der Fall können Vitamine für alte Hunde eine gute Ergänzung zum täglichen Futter sein.

Vielleicht vergisst dein Hund auch einfach zu trinken. Es gibt viele Gründe, warum ein alter Hund zu trockener Haut neigen kann.

Erkrankungen

Ich habe es weiter oben bereits erwähnt, trockene Haut kann auch immer eine Erkrankung des Hundes hindeuten. So können Juckreiz und trockene Haut auf eine Schilddrüsenunterversorgung hindeuten. Trockene Haut kann auch auf Diabetes mellitus oder sogar einen Tumor hindeuten.

Auslöser können auch Hautinfektionen oder Parasitenbefall sein, oder es liegt eine genetische Krankheit vor.

Ich bin kein Tierarzt und kann zu diesen Dingen nicht viel sagen, ich will es aber der Vollständigkeit halber erwähnen.

Trockene Haut beim Hund loswerden

Ganz abhängig davon, was der Auslöser für die trockene Haut deines Hundes ist, gibt es verschiedene Dinge, die du tun kannst. Liegen keine gesundheitlichen Gründe bzw. Erkrankungen vor, kannst du mit einfachen Mitteln dafür sorgen, dass dein Tier sich wieder pudelwohl fühlt.

Lachsöl zum Fressen geben

Was immer geht und eine wirkliche Wunderwaffe gegen trockene Haut ist, gib deinem Hund zu jeder Mahlzeit ein wenig Lachsöl mit in sein Futter. Lachsöl für Hunde ist reich an Omega-3-Fettsäuren und diese sorgen für ein gesundes Hautbild, glänzendes Fell und vor allem ist Lachsöl ein effektives Mittel gegen trockene Haut.

Alternativ kannst du auch Olivenöl oder Leinöl nutzen, den größten Effekt erzielt aber das Fischöl.

Auf keinen Fall föhnen

Muss dein Hund oft in die Wanne, dann solltest du in ein hochwertiges Shampoo investieren. Außerdem solltest du deinen nur mit einem Handtuch abrubbeln und auf einen Föhn verzichten.
Selbst das Föhnen mit kalter Luft trocknet die Haut aus und kann zu Juckreiz führen, also lass das Fell lieber an der Luft trocknen.

Gutes Futter

Du solltest zum Wohle deines Hundes zu einem ernährungsphysiologisch ausgewogenen Hundefutter greifen, das keinen zu hohen Getreideanteil hat.
Das Hundefutter und die darin enthaltenen Nährstoffe sind die Grundlage für die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen. Entsteht hier ein Mangel oder eine Unterversorgung, dann solltest du dir ein neues Futter suchen.

Auf den Trinknapf achten

Um sich ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, sollte ein Hund immer Zugriff auf einen Trinknapf haben, der mit ausreichend frischem Wasser gefüllt ist.
Ältere Hunde vergessen das Trinken gerne mal. Hier kannst du entweder versuchen deinen Rentner dran zu erinnern, indem du ihm den Trinknapf unter die Nase hältst. Falls das nicht funktioniert kannst du versuchen einen kräftigen Schluck Wasser ins Futter zu mischen.

Durchblutung der Haut fördern

Wie die menschliche Haut produziert die Hundehaut Talg. Dieser Talg sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet und juckt.
Um die Produktion von Talg zu fördern und ihn durch das Fell und über die Haut deines Hundes zu verteilen, bietet sich ein Massagehandschuh an. Dein wird bestimmt damit einverstanden sein eine extra Massage zu bekommen.

Fazit

Trockene Haut beim Hund kommt vor und ist in den meisten Fällen harmlos. Oft reichen einige kleinere Umstellungen um dem Hund zu helfen die trockene Haut loszuwerden.

Sollte der Juckreiz stark ausgeprägt sein und den Hund beispielsweise davon abhalten nachts zu schlafen, weil er sich ununterbrochen kratzt, dann heißt es ab zum Tierarzt. Das gilt, auch wenn starke Rötungen, ausgerissenes Fell oder sogar offene Hautstellen zu sehen sind.

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